Jede Schädigung der Haut triggert eine Kaskade biologischer Effekte, deren Aufgabe die Wiederherstellung der Hautintegrität ist. Die Heilung ist ein gut organisierter Prozess, der in mehreren überlappenden Phasen abläuft (Entzündungsphase – Granulationsphase – Epithelisierungs- und Regenerationsphase – Remodellierungsphase).
Die Heilung basiert auf einem komplexen Zusammenspiel von zahlreichen Zelltypen, Zytokinen, Mediatoren und dem Gefäßsystem. Abhängig von der Tiefe und der Ausdehnung der Hautschädigung und den noch erhaltenen Adnexen variiert das Ausmaß der einzelnen Phasen.
Die Entzündungsphase ist gekennzeichnet durch Hämostase, Chemotaxis und erhöhte Gefäßpermeabilität. Sie hat die Aufgabe, weitere Schäden zu begrenzen, die Wunde zu schließen, Zelldetritus und Bakterien zu entfernen und die Zellmigration zu fördern.
Das entzündliche Stadium dauert in der Regel mehrere Tage. Die Granulationsphase ist gekennzeichnet durch die Bildung von Granulationsgewebe, Reepithelisierung und Neovaskularisation. Diese Phase kann mehrere Wochen andauern. In der Remodellierungsphase erreicht das Narbengewebe schließlich seine maximale Festigkeit.
Auch wenn die Stadien der Wundheilung linear verlaufen, können sich Wunden zurück oder vorwärts entwickeln, abhängig von internen oder externen Faktoren des Patienten. Beispiel hierfür sind eine bakterielle Besiedelung, eine veränderte zelluläre Antwort, systemische Erkrankungen, wiederholte Traumata, eine ausgedehnte und persistierende Entzündung und Biofilme. Bei tiefen Hautinfektionen kann es auch zu Verzögerungen des Heilungsprozesses kommen. Follikelrupturen und Bakterien im Zentrum fibrotischer Herde verursachen hier häufig eine entzündliche Fremdkörperreaktion.
Diese Läsionen erfordern in der Regel eine orale antibiotische Langzeitbehandlung.